Kaiserstühler Lasershow (24. Juli 2020)

Alle Menschen, die ernsthaft Landschaftsfotografie betreiben, sind sich einig: Nichts ist langweiliger als ein wolkenloser Himmel! Aber muss es denn gleich Regen sein, der aus einem einheitsgrauen Himmel herabpladdert? Das war mein Gedanke am vergangenen Freitagnachmittag, als eine Stunde vor Beginn des Foto-Spaziergangs im Kaiserstuhl der Himmel seine Schleusen öffnete, jedenfalls in Ansätzen.

Aber es war doch mal wieder nur Petrus, der ein wenig neckisch drauf war und mir an dem Abend etwas Nervenkitzel bescheren wollte... Am Ende hat er es nämlich doch sehr, sehr gut gemeint mit mir und allen anderen, die sich am Vogelsangpass trafen und kurz darauf in Richtung Badberg losmarschierten.


Wir waren ein Grüppchen von einem knappen Dutzend fotointeressierter Menschen - alle sehr gespannt und voller Vorfreude auf das, was uns der Abend noch an Impressionen und Fotomotiven bescheren würde. Und ich merkte schon bald: Die Stimmung ist gut, und es gibt in der Gruppe (von denen sich ja die wenigsten vorher kennen) mal wieder eine erfreulich hohe Bereitschaft zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung.

So macht Fotografieren in der Gruppe Spaß!


Natürlich gibt es andererseits auch keinen Gruppenzwang, und man/frau darf auch gerne abseits vom Pulk am Wegesrand sitzen und die Landschaft aus sich wirken lassen:


Warum ich das mit dem Wegesrand extra so schreibe, hat einen einfachen Grund: Mit der gesamten Gruppe bewegen wir uns im Naturschutzgebiet (NSG Badberg und Haselschacher Buck), und das dortige Wegegebot gilt selbstverständlich auch für uns. Es soll ja leider Menschen geben, die aus ihrer selbstempfundenen Liebe zur Natur (ob mit oder ohne Fotoapparat in der Hand) die Erlaubnis ableiten, sich über NSG-Verordnungen und ähnlichen "bürokratischen Kram" hinwegzusetzen...

Bei einem solchen Foto-Spaziergang - und sei er auch noch so informell - kommt selbstverständlich auch die Technik zur Sprache, denn ganz ohne geht es nun mal nicht. Dass es aber nicht zwangsläufig das ganz große Besteck sein muss, beweist das folgende Foto:


Aber natürlich wird bisweilen auch gerne etwas größeres Zubehör eingesetzt... (Man beachte übrigens die ausnahmslos verwendeten Stative - eines meiner zentralen Themen des Spaziergangs)


Und die Landschaft? Die war an dem Abend berückend schön wie immer, und im Zusammenspiel mit abwechslungsreichen Wolken und dem Licht der untergehenden Sonne ergab sich eine Fülle wunderbarer Fotomotive. Danke, Petrus!


Mein Favorit war ja der Moment, nachdem die Sonne bereits hinter den Vogesen verschwunden war und noch ein geballtes Strahlenbündel von unten an die Wolken abgegeben hat. Ich glaube, viel schöner kann so ein Abendhimmel nicht werden! Und das ganze über der reizenden Landschaft des inneren Kaiserstuhls und der steilen Hänge des Badbergs mit ihrem Wechsel aus Wald und Trockenrasen.


Es war wie eine gigantische Lasershow am Himmel! Die Stimmung an dem Abend hörte einfach nicht auf, wunderschön zu sein...


Aber irgendwann, wahrscheinlich so gegen halb elf, haben wir dann doch unsere Siebensachen eingepackt und sind im Schutze der Dunkelheit wieder zum Vogelsangpass hinabgestiegen - begleitet vom Zirpen der Weinhähnchen.

So ging ein bemerkenswert schöner Abend im Kaiserstuhl zu Ende. Ich bedanke mich bei allen, die dabei waren für ihr Interesse und kollegiales Engagement, und beim Naturzentrum Kaiserstuhl für die Aufnahme meiner Angebote in sein Jahresprogramm. Bis hoffentlich bald wieder!

28. Juli 2020,
Sebastian Schröder-Esch

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